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Ätherische Öle:
Technisches und Geschichtliches

Seit die Menschen denken können, haben sie sich mit Pflanzen und Düften beschäftigt. Sei es als Heilmittel, zur Parfümherstellung oder bei religiösen Zeremonien.

So entstanden bereits vor 20'000 Jahren in den Höhlen von Lascaux (Frankreich) Wandmalereien von Medizinalpflanzen.

Auf alten ägyptischen Papyrus-Rollen finden sich Beschreibungen über die Anwendung von Balsamen. Die Ägypter verwendeten diese unter anderem zur Mumifizierung ihrer Toten. Und dies bereits vor 4'500 Jahren. Die alten Ägypter hatten einen sehr differenzierten Wortschatz in bezug auf Gerüche, was zeigt, welch hohen Stellenwerte Düfte in ihrer Gesellschaft hatten.

Archäologen entdeckten bei Ausgrabungen in Persien einen 2'500 Jahre alten tönernen Apparat, der wahrscheinlich zu Destillationszwecken verwendet wurde.

Im Jahr 2000 v. Chr. kannten die alten Inder bereits 700 verschiedene aromatische Substanzen, unter anderem Sandelholz, Koriander und Myrrhe. Sie wurden in dem grossen Buch von Veda beschrieben.

Der Anfang der "modernen" Destillation liegt vermutlich im 1.Jhd. n.Chr. Der wohl berühmteste Philosoph, Physiker, Astronom und Arzt seiner Zeit war Avincenna. Er lebte von 980 – 1037 n.Chr. in Arabien. Er entwickelte einen Destillationsapparat wie wir ihn in seinen Grundprinzipien heute noch verwendet. Avincenna schrieb unzählige Bücher, darunter eines, das er ausschliesslich der Rose widmete.

In den dunklen und unruhigen ersten Jahrhunderten n. Chr. ging viel altes Wissen in Europa verloren. Erst das Mittelalter brachte wieder einen Aufschwung, denn die Kreuzritter brachten viele östliche Erkenntnisse mit nach Hause.

Bereits im Jahr 1200 n.Chr. kannte man in Deutschland etwa 47 verschiedene destillierte Öle.

Lange Zeit waren in Europa die Destillate die einzigen wirkungsvollen Heilmittel.

Der französische Arzt Gattefossé setzte am Anfang dieses Jahrhunderts den Grundstein zur heutigen Aromatherapie. Heute ist die Aromatherapie vor allem in den USA, in England und Frankreich eine annerkannte Alternativmedizin.

Das Destillationsverfahren

Wasserdampf wird durch ein Glasrohr auf den Grund eines hitzebeständigen Behälters, der mit Pflanzenmaterial gefüllt ist, geführt. Die Hitze öffnet die Pflanzenzellen und zusammen mit dem Dampf steigen die flüchtigen ätherischen Öle auf. Sie werden durch ein weiteres Rohr mit einer Wasserkühlung (Kühlschlange) geführt. An der kalten Aussenwand des Rohres kondensiert der Dampf und tropft langsam in einen Glasbehälter. Dieses "Wasser" wird als Hydrolat bezeichnet. Es duftet intensiv nach der jeweiligen Pflanze und wird vor allem in der Kosmetik verwendet. Auf diesem Hydrolat bildet sich ein dünner Ölfilm: das ätherische Öl.
distiller

Bevor Sie selber versuchen, ätherisches Öl herzustellen, sollten Sie sich bewusst machen, dass man etwa 5'000 kg Rosenblätter braucht, um 1 kg ätherisches Öl herzustellen. Für 150 – 160 kg Lavendelöl benötigen Sie hingegen "nur" 1'000 kg Pflanzenmaterial.

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